Wer zweimal im Jahr durch die Landauer Straße am Rüdesheimer Platz schlendert, trifft auf Kunst, Antiquitäten, handgefertigte Einzelstücke und so manche unerwartete Entdeckung. Hinter den Antik- und Kunstmärkten steht der erfahrene Veranstalter W. Hanisch, der seit vielen Jahrzehnten eng mit dem Kiez verbunden ist.
Bereits seit Ende der 1970er-Jahre lebt und arbeitet er rund um den Rüdesheimer Platz. Gemeinsam mit seiner Frau führte er viele Jahre das Kindermodengeschäft „Brummelinchen“ in der Landauer Straße. Dadurch kennt er nicht nur zahlreiche Menschen im Viertel, sondern hat auch die Entwicklung des Kiezes, seiner Geschäfte und seiner Initiativen über Jahrzehnte hinweg begleitet.
Die Idee für die Antik- und Kunstmärkte entstand aus dem Wunsch heraus, wieder mehr Menschen in das Quartier zu bringen. Als am Rüdesheimer Platz viele Geschäfte leer standen, engagierte sich W. Hanisch gemeinsam mit weiteren Anwohner:innen und Gewerbetreibenden für eine Belebung des Viertels. Aus seinem persönlichen Interesse an Antiquitäten, Kunst und besonderen Märkten entwickelte sich schließlich das Veranstaltungskonzept für die Landauer Straße.
Was zunächst mit viel Eigeninitiative, selbst gebackenem Kuchen und einem Bierstand begann, wurde über die Jahre zu einer festen Veranstaltung im Kiez. Zeitweise erstreckten sich bis zu 100 Stände durch die Landauer Straße. Heute achtet W. Hanisch bewusst auf eine abwechslungsreiche Mischung. Neben antikem Porzellan, Glas, Schmuck, Büchern und Bildern finden Besucher:innen handgefertigte Taschen, Kunsthandwerk und außergewöhnliche Einzelstücke. Dabei soll nicht jeder Stand das Gleiche anbieten. Stattdessen sucht er gezielt nach neuen Händler:innen, Künstler:innen und besonderen Angeboten. Viele der Aussteller:innen fertigen ihre Werke selbst an. An einigen Ständen lässt sich sogar direkt beobachten, wie Schmuck, Kunst oder Handwerksarbeiten entstehen. Ergänzt wird das Angebot durch kulturelle Beiträge und die Möglichkeit, antike oder seltene Gegenstände kostenlos bewerten, schätzen und zum Kauf anbieten zu lassen.
Für W. Hanisch sind die Märkte nicht nur eine berufliche Tätigkeit, sondern auch eine Herzensangelegenheit. Sie bringen Menschen zusammen, schaffen Aufmerksamkeit für die Gewerbetreibenden und sorgen dafür, dass der Rüdesheimer Platz und die Landauer Straße immer wieder neu entdeckt werden. Solange es seine Gesundheit erlaubt, möchte er die Märkte weiterführen und seine Erfahrung vielleicht eines Tages an eine geeignete Nachfolge weitergeben.
Wichtig zu wissen: Die Antik- und Kunstmärkte werden von W. Hanisch beziehungsweise seiner Veranstaltungsfirma eigenständig organisiert. Sie sind keine Veranstaltungen des Vereins Mein Rüdi e. V. Auch wenn W. Hanisch persönlich im Kiez engagiert und mit dessen Vereinsgeschichte verbunden ist, besteht zwischen dem Markt und dem Verein keine organisatorische oder wirtschaftliche Verbindung.
Wer gern stöbert, seltene Schätze entdeckt oder mit Künstler:innen und Händler:innen ins Gespräch kommt, sollte sich die Antik- und Kunstmärkte nicht entgehen lassen. Inmitten der historischen Häuser des Rheingauviertels entsteht zweimal im Jahr ein lebendiger Treffpunkt für den gesamten Kiez.