Wer die Weinhandlung am Rüdesheimer Platz betritt, kommt nicht einfach nur, um eine Flasche Wein aus dem Regal zu nehmen. Hier geht es ums Entdecken, ums Probieren und vor allem um persönliche Begegnungen. Viele Kundinnen und Kunden kennt Gila längst beim Namen, manchmal sogar ihre Hunde. Genau diese Nähe gehört für das Team zu dem, was einen guten Fachhandel im Kiez ausmacht.
Die Geschichte hinter dem Geschäft reicht weit über den Rüdesheimer Platz hinaus. Ihren Ursprung hat sie in der Weinhandlung SUFF, die bereits seit 1989 in Kreuzberg besteht und sich dort über die Jahre einen Namen gemacht hat. 2017 kam die damalige Weinhandlung Herz am Rüdesheimer Platz hinzu. Das bestehende Geschäft wurde übernommen, Gila blieb dem Laden erhalten und mit ihr ein wichtiges Stück Kontinuität für die Stammkundschaft.
Mit der Übernahme veränderte sich auch das Sortiment. Neue Weine kamen hinzu, Erfahrungen und Kontakte aus mehreren Weinhandlungen flossen zusammen. Nur beim Namen brauchte es etwas länger. Zwischen SUFF, Herz und dem Claim „Schöner trinken“ war nicht immer sofort klar, wie das Geschäft eigentlich heißen sollte. Inzwischen ist die Lösung so einfach wie passend: Weinhandlung am Rüdesheimer Platz. Ein Name, der genau dort ansetzt, wo sich der Laden zu Hause fühlt.
Denn der Rüdesheimer Platz und Wein gehören ohnehin zusammen. Das traditionsreiche Weinfest prägt den Ort seit Jahrzehnten, gleichzeitig wächst im Viertel eine neue Generation von Weininteressierten heran. Bei Veranstaltungen wie „Rüdi glüht“ und „Rüdi blüht“ hat das Team selbst erlebt, wie groß das Interesse ist. Gerade viele jüngere Besucherinnen und Besucher wollten probieren, nachfragen und mehr über die Weine erfahren.
Wer noch tiefer einsteigen möchte, kann an den regelmäßig angebotenen Weinseminaren teilnehmen. Mal geht es um die Grundlagen, mal um einzelne Regionen oder Rebsorten. Dabei soll Weinwissen nicht kompliziert wirken. Es geht vielmehr darum, gemeinsam herauszufinden, warum ein Wein schmeckt, wie er schmeckt, was Klima, Boden und Herstellung damit zu tun haben und wie sich der eigene Geschmack mit ein wenig Wissen verändert.
Beim Sortiment setzt die Weinhandlung bewusst auf Europa. Weine aus Übersee sucht man hier nicht. Stattdessen liegt der Schwerpunkt auf Deutschland und Frankreich, ergänzt durch Weine aus Italien, Spanien und weiteren europäischen Regionen. Besonders wichtig ist der direkte Kontakt zu den Weingütern. Winzerinnen und Winzer kommen nach Berlin, das Team besucht die Betriebe vor Ort und lernt die Menschen hinter den Flaschen kennen. So entsteht ein Sortiment, das nicht allein nach Etikett oder Preis ausgewählt wird.
Insgesamt kann das Team auf rund 1.400 Weine zugreifen. Neben besonderen Flaschen soll es dabei vor allem gute Weine für den Alltag geben. Gerade im Bereich zwischen zehn und 15 Euro sucht das Team immer wieder nach Weinen, bei denen Qualität und Preis zusammenpassen. Wer eine Empfehlung braucht, kann sich deshalb einfach beraten lassen. Und wer nach einem persönlichen Tipp fragt, bekommt ihn auch: Ein Weißburgunder von Simone Adams aus Ingelheim gehört beispielsweise zu den Weinen, die hier besonders gerne empfohlen werden.
Hinter dem großen Sortiment steht heute ein Netzwerk aus mehreren Weinhandlungen, Gastronomiegeschäft und Onlinehandel. Doch gerade der stationäre Laden bleibt für das Team unverzichtbar. Denn Wein lebt von Austausch und Geselligkeit. Von Gesprächen über Rebsorten und Jahrgänge genauso wie von der Frage, welche Flasche zum Essen am Wochenende passt.
Und vielleicht passt deshalb kein Name besser als der neue. Die Weinhandlung am Rüdesheimer Platz ist eben genau das: eine Weinhandlung, die fest zu ihrem Platz gehört.